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RZCD

 

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Folge 12

Die alternative RZ-Szene

 

DIE TERRANAUTEN

Die Geschichte der Risszeichnungen im Rückblick

 

Betrachtungen von Georg JOERGENS

 

Als die Perry Rhodan-Serie etwa 1000 Ausgaben auf den Markt gebracht hatte, und nebenher mit ATLAN und ORION noch zwei weitere Science Fiction-Serien existierten in denen man gelegentlich Risszeichnungen finden konnte, blieb es gar nicht aus, dass auch in der neu gestarteten Terranauten-Serie schon sehr bald einige dieser Zeichnungen auftauchten.

Ein gänzlich unbekannter Name tauchte auf und schon im 9ten Terranauten-Band erschien das "Treiberraumschiff ATHEN" von Michael Schönenbröcher. (Siehe RZJ Nr. 81, Seite 10). Auch heute noch kommt mir der Name Michael Schönenbröcher immer wieder unter - aber immer im Zusammenhang mit dem Bastei-Verlag. Es scheint so, dass Michael Schönenbröcher beim Verlag als Lektor oder ähnliches gearbeitet hatte.

Seine Zeichnungen entsprachen zwar in keiner Weise dem gewohnten Standart der PR-Serie, doch gaben seine 2-dimensionalen Schnittzeichnungen einen guten Überblick über den Aufbau des gezeichneten Objektes. Sie waren eine Mischung aus den von Perry Rhodan her bekannten Datenblattform und eigener Ideen.

Seine zweite Veröffentlichung: Das "Schlachtschiff TOBOR" war von der Form her sehr stark an Chris Foss' Raumschiff seines Bildes "Atlantis" (Raumschiffe von Foss, Seite 56) angelehnt. Sogar die für Foss typische extreme Farbgebung hat Michael Schönenbröcher beibehalten. Er kämpfte allerdings mit einem Problem bei dieser Zeichnung, wie es schon sehr viele vor ihm hatten. Während sein "Linienfrachtschiff ATHEN" konsequent 2-Dimensional gezeichnet war, versuchte er bei der "TOBOR" in der zentralen Kugel etwas Perspektive zu bringen um zu verdeutlichen, dass es eine Kugel sei. Ein Unterfangen das letztendlich scheitern musste.

Doch schon nach seiner zweiten Veröffentlichung in Band 11 tauchten die ersten Leser-Risszeichnungen auf. Eine davon war so schlecht, dass sie einem jungen - gerade zur Bundeswehr eingezogenen Rekruten dazu veranlassten sich auch einmal an dieser von Ihm schon lange bewunderten Kunstform zu versuchen. Ein Versuch, der die gesamte Risszeichnungs-Szene viel später nachhaltig verändern sollte und ohne den es heute vielleicht gar kein Risszeichnungs-Journal mehr gäbe. Aber dazu später mehr...

Doch nicht nur Newcomer waren bei den Terranauten am Werk. Da tauchten plötzlich "professionelle" Zeichnungen bei den Terranauten auf von Zeichnern, von denen man noch nie etwas gehört hatte.

Schon in Band 24 hatte Tsukiyomo Kami sein Debüt mit seinem Raumjäger der ATAR-Klasse (siehe auch RZJ 9/10-1989, Backcover). Eine Zeichnung, die eindeutig dem "Fun- & Fantasy-Stil" der 1000er Bände von Perry Rhodan zugeordnet werden kann.

Doch erst mit der Veröffentlichung des "ENERGIELURCH" in Band 34 schien ziemlich klar, wer sich hinter dem Namen Tsukiyomo Kami verbarg.....

Die Paralellen zu einer kurz vorher bei Perry Rhodan erschienenen Zeichnung waren zu eindeutig:

Im Perry Rhodan-Band 1015 veröffentlichte Manuel de Naharro seine heute legendäre "Piratenfleute FANTASYLAND" und sie ähnelte sowohl im Aufbau, im Zeichenstil sowie auch in verschiedenen Details frapierend dem "ENERGIELURCH"

Überhaupt waren Manuel de Naharro's Zeichnungen immer sehr gelungen. Gerade zu den Terranauten paßten Sie irgendwie noch besser als zu Rhodan. Die schönste Zeichnung von Manuel de Naharro für die Terranauten war jedoch ohne Zweifel die im Jubiläums-Band Nr. 50. Die Zeichnung eines außerirdischen Raumschiffes, auf das Ich jedoch erst in der nächsten Folge zu sprechen komme.

Doch wo ein Rhodan-Zeichner war, konnten andere nicht weit sein. Und so begann eine fieberhafte Suche nach Übereinstimmungen. Relativ leicht machte es der Namenszug von Heiko Richter. Das geschwungene »R« enthielt fast sogar noch den typischen Schwung von Oliver Scholl's »S«. Reativ spät kam Ich hinter das Geheimnis von S. Muggler. Zwar war allein schon der Name eine Provokation und für jeden Risszeichnungsfan eine Aufforderung herauszufinden wer sich da eingeschmugglert hat, doch zählte er selbst unter Rhodan'schen-Verhältnissen nicht gerade zu einer der Vielzeichner. Es war zwar ziemlich klar bei dem Zeichenstil; "Fun- & Fantasy" in Reinkultur wie sie selbst bei Perry Rhodan nur von Hans Knößlsdorfer praktiziert wurde, doch darauf musste man erst mal kommen......
Insgesamt kamen die Pseudonym-Zeichner auf 7 Veröffentlichungen. Wobei die Jubiläums-RZ von Tsukiyomo Kami (Manuel de Naharro) als wirkliches Bonbon bezeichnen kann.

 

Quellennachweis:

Treiberraumschiff "Athen" Michael Schönenbröcher - TN Nr. 9

Schlachtschiff "Tobor" Michael Schönenbröcher - TN Nr. 11

Raumjäger der ATAR-Klasse Tsukiyomo Kami - TN Nr. 24

Energielurch Tsukiyomo Kami - TN Nr. 34

Firmenschiff des Kaiser-Konzerns Heiko Richter - TN Nr. 42

Kaiserkraft-Raumschiff "Alphascout" S. Muggler - TN Nr. 80

Piratenfleute "Fantasyland" Manuel de Naharro  - PR I. Nr. 1015

 

  ©  by Georg Joergens