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25 Jahre Risszeichnen

für Perry Rhodan

 

1980 - 2005

Heinz Haßfeld

Betrachtungen von
Georg Joergens

Viele Namen von Perry Rhodan-Zeichnern tauchen in der Geschichte der Risszeichnung immer wieder auf. Sei es, dass Sie zu den Begründern dieser faszinierenden Darstellungsform gehören oder aber irgendwie Aufsehen erregten. Ob als Avantgardist oder durch spektakuläre Zeichnungen.

Ein Name taucht jedoch recht selten auf, obwohl er der zweitälteste noch aktive PR-Zeichner ist. Die Rede ist von Heinz Hassfeld. Ein Zeichner der seinem Stil immer treu geblieben ist und unbeeindruckt von allen Stilwechseln und Modeerscheinungen unverwechselbare Werke für Perry Rhodan schuf.

Heinz Hassfeld, ebenfalls ein Eleve der "zweiten Zeichnergeneration" bei Perry Rhodan, gab im März 1980 mit dem Raumschiff der TWONOSER in PR 967 seinen Einstand bei Perry Rhodan.

Diese Zeichnung ist vom Stil her eine der klassischen Risszeichnungen, welche mit viel Genauigkeit und Akribie ins Bild gesetzt wurde. Ohne Umfeld und mit den typischen Zahlenkreisen passt sie sich dem Schema der Stoessel’schen Arbeiten sehr gut an, welche zu diesem Zeitpunkt sicherlich noch Stand er Dinge waren und die qualitative Norm der PR-Zeichnungen vorgaben.

 

Auch sein Leichter Kreuzer der STAATEN-KLASSE, der in PR 983 erschien, weist die gleichen Merkmale wie das Raumschiff der TWONOSER auf. Die dargestellten Aggregate waren für die Schiffskonstruktion übergroß und gaben der Zeichnung - nach heutigem Standard – etwas Plumpes.

 

Auch bei den Datenblättern versuchte sich Heinz Haßfeld und so erschien im PR-Band 1128 seine Drei-Seitenansicht des Transportraumschiffs der GIGANT-Klasse. Eine Darstellungsform die durch Heiner Högel bei Perry Rhodan kultiviert worden war, und die sich bei den Zeichnern, auch wenn sie ansonsten die unterschiedlichsten Stilrichtungen vertraten, großer Beliebtheit erfreute.

 

Von nun an erfolgt jedoch die ersten eigenständige Schnitte im Schaffen von Heinz Haßfeld.

Nachdem seine Zeichnungen bisher sehr stark an die Urform der Stoessel’schen Risszeichnung angelehnt waren und im Grossen und Ganzen bei den vielen veröffentlichten Risszeichnungen als kaum erwähnenswert auffielen, zeigte seine nächste Veröffentlichung einen großen Fortschritt in seiner Zeichentechnik.

Nachdem junge Kollegen wie Günter Puschmann und Manuel de Naharro erfolgreich Ihre Zeichnungen mit Rasterfolien, mehr Farbe und Dimension verliehen, geriet auch Heinz Haßfeld in den Sog der vorherrschenden Strömung, die Zeichnungen farbiger und interessanter zu gestalten.

Mit seinem Passagierraumschiff der WHISTLER-Klasse, welches in PR-Band 1135 veröffentlicht wurde, zeigt Heinz endlich einmal was er so zeichnerisch drauf hatte. Die Zeichnung hatte ein gefällige Form mit präziser Ausarbeitung, ein belebtes Umfeld und wurde zusätzlich durch Rasterfolie in der Gesamtwirkung um etliche Punkte aufgewertet. Dies brachte Heinz Haßfeld in die Lage sich dem allgemeinen Trend der Qualitätsverbesserung der Risszeichnungen anzupassen und seine Position als PR-Zeichner zu behaupten.

Als der vierte Risszeichnungs-Band dann entstand konnte Heinz Haßfeld hier sogar mit einer Exklusiv-Risszeichnung aufwarten, der Gydro-Werft der CYGRIDEN.

Zwar gelang es auch Rudolf Zengerle und Bernhard Stoessel sich in dem 4 Risszeichnungsband zu platzieren, doch waren Ihre Zeichnungen nicht mehr als Artefakte längst vergangener Zeiten. Sie hatten den Anschluss verpasst und bleiben als Fossile und Begründer in unseren Erinnerungen zurück.

Heinz jedoch hatte den Aufschwung geschafft und seine nun folgenden Arbeiten zeichneten sich durch bestechende Sauberkeit in Ihrer Ausarbeitung und Phantasievielfalt in der Formgebung aus. Während der nun folgenden Periode der Endlosen ARMADA konnte Heinz ein paar wirklich gelungene Risszeichnungen vorweisen.

Die letzte bestechende Arbeit in dieser Richtung war sein Raumschiff der PUSCHTS in PR 1171.

Nach dieser sehr schaffensreichen Periode in der Heinz etwa 9 Arbeiten veröffentlichen konnte, folgte eine Zeit der Inaktivität. Abgesehen von dem Raumschiff der CRUUNS in Band 1191 veröffentlichte Heinz Haßfeld circa zwei Jahre keine Arbeit mehr. In diesen zwei Jahren geschah allerdings sehr viel in der Risszeichner-Szene.

Neue Zeichner waren in das PR-Risszeichner-Team vorgestoßen und brachten wieder einmal Veränderungen in das Bild der Risszeichnungen.

Günter Puschmann, Manuel de Naharro, und Christoph Anczykowski waren so von der Zeichnerei besessen, dass sie die Risszeichnungen zu wahren optischen Kunstwerken gedeihen ließen. Mit der Rasterfolie und dem Diorama (Umgebungsbild) wurden aus den ehemals steril, technisch nüchternen Risszeichnungen eines Bernhard Stoessel, wirkliche "pseudoreale" Fahrzeuge, die in der Vorstellungswelt des Betrachters viel eher "real" wirken konnten.

Die Gestaltung der Risszeichnung mit dem Diorama passte die Fahrzeuge oder Objekte so gut in einen "natürlichen" Umweltrahmen, dass man bei manchen Zeichnungen wirklich das Gefühl haben konnte, dass diese Dinge nicht nur in der Phantasie der Zeichner existieren.

Nach etwa einhundert Romanen, tauchte Heinz Haßfeld wieder aus der Versenkung auf. Die Viren-Ära war bei Perry Rhodan angebrochen. Gregor Sedlag erkämpfte sich den Ruf eines Neo-Avantgardisten der Extreme. Sein Virenraumschiff LOVELY BOSCYK stellte alle bisherigen Risszeichnungen auf den Kopf und gab dem Betrachter so gar keinen richtigen Ein- bzw. Durchblick. Die organischen Formen verschwammen miteinander und keine bekannte technische Form war zu erkennen. Für viele Risszeichnungs-Fans war diese Art einer Biotechnik einfach zu unverständlich und deshalb kam diese Arbeit wohl auch recht schlecht weg, obwohl sie in der Biotechnischen Darstellungsform der Risszeichnungen so etwas wie ein Nonplus-Ultra darstellt.

Auch Heinz Haßfeld versuchte sich an den VIREN-Raumern. Da die Virenschiff die Eigenart hatten, Ihre Form beliebig verändern zu können - da ja sie quasi lebendig waren - war es natürlich auch für die Risszeichner ein sehr schwammiges Betätigungsfeld, denn immerhin konnte und sollte ein Virenschiff nicht mit einem Raumschiff der konventionellen technischen Linie zu vergleichen sein.

Heinz’ Version des Virenschiff aus dem Konglomerat der EXPLORER in PR 1279 war jedoch alles andere als ein glorreiches Comeback. Nachdem er in seinen vorangegangenen Arbeiten sehr viel mit Rotationsaggregaten gearbeitet hatte, versuchte er seinen Zeichenstil der allgemein vorherrschenden Trendrichtung wiederum anzupassen. Doch seine Kombination von quadratischen und runden Formen misslang vollends.

Heinz war jedoch nie ein Typ der schnell aufsteckt, und so besann er sich seiner alten Zeichentechnik und schon seine nächste Risszeichnung, das Wachfort eines SCHMIEDEWALLS in PR-Band 1287 zeigte wieder den gewohnt guten Zeichenstandard von Heinz Haßfeld. Dem allgemeinen Trend folgend wurden seine Aggregate und Maschinen etwas kantiger, doch ansonsten konnte man sagen, dass Heinz wieder der Alte war.

Und so zählt er auch heute noch zu den etablierten und kreativen Risszeichnern, die das Bild der Perry Rhodan-Serie sehr entscheidend mitgeprägt haben.

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass Heinz in der Anfangsphase seines Schaffens auch mit zwei Risszeichnungen in der Atlan-Serie vertreten war.

Veröffentlichungsdaten von Heinz Hassfeld:

Risszeichnungen:

967 Raumschiff der TWONOSER

983 Leichter Kreuzer der STAATEN-Klasse

1135 Passagierraumschiff der WHISTLER-Klasse

1143 Erzfrachter der KOSMISCHEN HANSE

1151 Raumschiff der ZENCEN

1155 Raumschiff der ARMADABARBAREN (Torkroten)

1163 Die Armadaschmide HORTEVON

1171 Raumschiff der PUSCHTS

1191 Raumschiff der CRUUNS

1223 Sperrfeldgenerator

1239 Raumschiff der ARMADASCHMIEDE - Die Ramadev

1283 Virenschiff aus dem Konglomerat der EXPLORER

1287 Wachfort eines SCHMIEDEWALLS

1315 Planetenfähre der KARTANIN

1331 Raumüberwachungsstation der KARTANIN

1339 Kugelsegmentraumschiff der ELFAHDER

1363 TRIMARAN - KLOTZ-Raumschiff

1383 Raumschiff der GAVVRON

1407 URIAN - Materiewippe der HAURI

1467 Atlans KARMINA

Risszeichnungsband IV:

Gydro-Werft der CYGRIDEN

Datenblätter I. Auflage:

1096 * PRR 87 Leichter Kreuzer der Crusader-Klasse

1128 * PRR 95 Transportraumschiff der GIGANT-Klasse

Datenblätter IV. Auflage:

271 * PRR 91 Raumschiff der TWONOSER

275 * PRR 95 Werftplattform "KA-preiswert"

291 * PRR 96 Multi-Duplikator der MdI

311 * PRR 101 Frachtraumschiff der WHISTLER-Klasse

315 * PRR 102 Traktorstrahlprojektor

323 * PRR 104 Experimantalraumschiff der GURRADS

Risszeichnungen ATLAN:

500 Raumstation der TOPSIDER

588 Hyperraum-Vakuumverzerrer

Georg Joergens