Rz-Historie 2005

RZCD

 

zurück

Das Risszeichnungsjahr 2005

veröffentlicht im
Perry Rhodan Jahrbuch 2005

einer Publikation des SFC-Universum

Betrachtungen von
Georg Joergens

ALLGEMEINES:

 

2005 war ein nicht ganz so produktives Jahr für die Risszeichnungscrew von Perry Rhodan. Nachdem in den Jahren zuvor einiges an digitalen Projekten - nicht zuletzt Dank des Engagements von Oliver Johanndress und Günter Puschmann mit Ihrer Werbeagentur JPVisualisierung - realisiert werden konnte, kommt es 2005 nach der Auflösung von JPVisualisierung zu einem elektronischen Vakuum was die Veröffentlichung der Risszeichnungen auf digitaler Ebene angeht.

Einzig die Risszeichnungs-Homepage bietet dem geneigten Fan noch die Möglichkeit die Arbeiten aus den Heftabdrucken der Perry Rhodan-Serie zum Teil in Farbe und mit der mittlerweile guten Auflösung von 1280x960 Pixel zu betrachten.

Lichtblicke im Printbereich war sicherlich weiterhin die Perry Rhodan-Taschenbuch Serie Lemuria, die, wie auch schon im Vorjahr; ebenso wie die Andromeda-Serie; einige sehr attraktive Risszeichnungen beinhalten.

Sicherlich nicht ganz unschuldig an dem eher schwachen Jahr für Perry Rhodan aus Risszeichnersicht waren meine Projekt für 2005, die mich komplett aus der Perry Rhodan-Szene rausgehalten haben. So ist es mir nur gelungen ein einziges Risszeichnungs-Journal zu veröffentlichen, obwohl genügend Material vorlag. Dadurch ist die Aktualität des Journals leider etwas in Mitleidenschaft genommen worden.

Zu Beginn des Jahres war ich mit einer Risszeichnung und einem eher graphischen Bild für den dritten Band der Kantaki-Triologie von Andreas Brandhorst bei Heyne beschäftigt.

Des Weiteren haben mich einige neue Fahrzeugkonstruktionen für den Teikoku-Völkerband zu dem Lodland-Rollenspiel in Anspruch genommen, sowie die Umsetzung einer kompletten Raumstation als 2-D Kompendium für die „Master-Survival-Packs“ MSP-Reihe der Redaktion Phantastik. Hierzu habe ich 49 Zeichnungen unterschiedlichster Module und Objekte angefertigt.

Obwohl zur Zeit nicht mehr aktiv dabei, hatten gleich zwei Zeichner 2005 ihr 25jähriges Zeichnerjubiläum bei Perry Rhodan.

Heinz Hassfeld, ein Zeichner der seinem Stil immer treu geblieben ist und unbeeindruckt von allen Stilwechseln und Modeerscheinungen unverwechselbare Werke für Perry Rhodan schuf und immerhin 45 Veröffentlichungen innerhalb der Serie hatte.

Sowie Oliver Johanndrees: Was ihn allerdings von allen Anderen unterscheidet und auch hervorhebt, ist die Tatsache, dass er mit 86 gedruckten Risszeichnungen und Datenblättern, auch nach 25 Jahren, der Zeichner mit den meisten Veröffentlichungen bei Perry Rhodan ist, und zugleich für 8 PERRY RHODAN-Romantitelbilder und die Realisierung der erschienenen Revell-Modellbausätze verantwortlich zeichnet.

Neben all diesen Projekten gründeten Oliver Johanndrees mit Günter Puschmann die Werbeagentur JPVisualisierung. Sie zeichneten gemeinsam verantwortlich für das Erscheinen der RZ-Tools CD-ROM und den beiden Risszeichnungs-CD-ROMS „RZ-Collection 1 und 2“.

Sie gestalteten das SOL-Magazin der Perry Rhodan-Fan-Zentrale, und kein anderer Zeichner – vielleicht mit Ausnahme von Günter Puschmann, der einen großen Anteil an den digitalen Projekten hatte - hat für Perry Rhodan so viel geschaffen und realisiert wie Oliver Johanndrees.

 

TECHNISCHE DATEN:

 

Nach der früheren Einteilung der Risszeichner in zwei Gruppen: dem PC-Arbeiter und PC-Verweigerer, muss die Gruppe der PC-Arbeiter mittlerweile in konventionelle 2-D Zeichner; die mit Programmen wie COREL DRAW® oder ähnliches arbeiten; und 3-D Zeichner die Ihre komplexeren Arbeiten mit Renderprogrammen erstellen, unterschieden werden.

Während der 2-D Fraktion zum Teil immer noch eine Arbeitsweise vorgeworfen wird, die zu stark auf den „copy & paste“ Funktionen, bzw. dem recycling bestehender Aggregate basiert, kommt die 3-D Fraktion auch nicht ohne Blessuren davon. Während einige hier mit sehr aufwendigen Arbeiten brillieren, verwenden andere die 3-D Programme mehr in ihren Grundzügen und lassen die vielen Details, die eine solche Arbeit erst sehenswert machen, einfach weg. Dies führt natürlich zu einer kontroversen Sichtweise für den Einsatz der elektronischen Medien bei der Risszeichnerei, die Ihre Ursprünge ja immerhin über Jahrzehnte in der konventionellen Handzeichnung gefunden hat.

Eine weitere Bearbeitung mancher 3-D gerenderten Zeichnungen durch ein Programm wie Photoshop oder Paintshop wäre sicherlich hier und da angebracht. Oder aber der „pseudoreale“ Charakter der 3-D Zeichnungen sollte durch Grafik-, oder Comic-Filter wieder in eine eher stilisierendere Zeichenform konvertiert und den Anspruch auf Realitätsnähe und Detailvielfalt dadurch abgeben.

 

LEGENDE:

 

1)  Christoph Anczykowski, der Altmeister war im Jahr 2005 risszeichnerisch nur mit seinem Bestien-Raumer vertreten, der bei der von Heyne veröffentlichten Perry Rhodan-Taschenbuch-Reihe „Lemuria“, in Band 6 erschienen ist.

 

2) Lars Bublitz war im RZ-Jahr 2005 auch nur mit einer einzigen Arbeit vertreten. Seine Intraterrestrische Sonde aus dem Perry Rhodan Band 2295 ist zwar optisch sehr gut in Szene gesetzt und in der Farbversion auf der RZ-Homepage sehr nett anzuschauen. Risszeichnungstechnisch ist sie aber eher als solide Basisarbeit zu bezeichnen, die keine besonderen Höhepunkte oder außergewöhnlichen Features aufweist.

 

3) Dieter Bohn ist für die Risszeichnern kein Unbekannter, für den Perry Rhodan-Leser aber eher eine seltene Ausnahmeerscheinung. War er früher schon mal mit Arbeiten wie dem Agravarium (Band 1928) aufgetreten, so ist sein Name unter den veröffentlichenden Zeichnern wohl doch eher eine Seltenheit.

So ist seine Zen Zahn Orgel in Band 2308 zeichnerisch auch eher ein Lückenfüller mit origineller Idee als eine wirkliche Bereicherung des PR-Kosmos. Doch bei gerade mal 6 von möglichen zwölf veröffentlichten Datenblättern sollten die Risszeichner froh um jede Arbeit sein, die diesen Platz in den Perry Rhodan-Reports sichert.

 

4) Sascha Döpper kann mit einer Veröffentlichung im LEMURIA-Band 4 die Risszeichnung der Laas Toór vorlegen. Dies ist auch die einzige Veröffentlichung in 2005 und beschert Ihm mit insgesamt 6 Abdrucken die gleiche Anzahl an Veröffentlichungen wie Tobias Marecek.

 

5)  Johannes Fischer ist ein neuer Name, der im Perry Rhodan Band 2288 zum ersten mal auftaucht. Seine Jupiter-Raumstation wäre früher allenfalls etwas für die LKS gewesen. In Anbetracht der schlechten Lage für Datenblätter ist Hubert Haensel jedoch scheinbar froh über jede Zeichnung die er veröffentlichen kann.

Allerdings wird die abgedruckte Raumstation dem eigentlichen Stand des risszeichnerischen Könnens von Johannes Fischer in keiner Weise gerecht. Im RZJ 123 erscheint ein Portfolio von Johannes Fischer mit einigen Zeichnungen, die denen der aktuellen Newcomer in Nichts nachstehen. Warten wir also gespannt auf weitere Arbeiten von Ihm.

 

6)  André Höller meldet sich mit einem Datenblatt zu seinem altbekannten Thema der MERZ-Module zurück. Mit dem Klapptender MM/TM 05 in Band 2268 knüpft er an seine mit dem MERZ-Kreuzer VESTA in Band 1504 eingeleiteten Serie an. Mit seiner zusammenklappbaren Tender-Version, die als Einschub-Modul von einem MERZ-Raumer mitgeführt werden kann, kann er sein fünfzehntes Datenblatt in der Erstauflage präsentieren und hält sich mit 56 Veröffentlichungen auf dem siebten Platz vor Andreas Weiß.

 

7)  Der Verfasser dieser Zeilen Georg Joergens war im betrachteten Risszeichnungs-Jahr 2005 bei Perry Rhodan auch nicht vertreten. Zwar bastelt er seit März 2005 an einer Risszeichnung einer SERT-Haube, aber nach der mittlerweile dritten Neukonzeption, ist die Zeichnung immer noch nicht fertig.

Anfang des Jahres hat er für Andreas Brandhorst’s „Kantaki-Triologie“ wiederum zwei Zeichnungen im Taschenbuch-Sektor des Heyne-Verlages veröffentlichen können. Eine Risszeichnung des Temporalschiffes Akida, sowie eine eher graphische Arbeit der Raumstation Das Kastell sorgen für einen optisch ausgewogenen Auftritt und sind in der Farbversion auf der offiziellen Homepage www.kantaki.de, ebenso wie die Arbeiten zu den vorhergehenden Bänden, zu bewundern.

Für LODLAND einem Rollenspiel welches in einer Unterwasserwelt auf der Erde nach einer globalen Naturkatastrophe und einer damit einhergehenden Eiszeit spielt, hat er wieder einige U-Boot-Konstruktionen für die japanische Erweiterung der Unterwasserwelt geschaffen. High-Tech Uboote, deren Schiffsrümpfe aus glasfaserverstärktem Ultra-Hochleistungsbeton gefertigt werden. Gefangen zwischen High-Tech und überlieferter Kultur und Tradition der japanischen Häuser, spiegelt das Design der U-Boote eine interessante Mischung aus beidem.

Die meiste Zeit jedoch benötige er für die Raumstation MSP-V für die Redaktion Phantastik, die den Rollenspielern mit ihrer MSP-Reihe (Master Survival Pack) Szenarien für interessante Rollenspiele an die Hand geben.

So handelt es sich bei der vollständig ausgearbeiteten Raumstation um ein Modulsystem, welches sowohl im Weltraum, planetar, unterirdisch oder unter Wasser Verwendung finden kann.

Einige Module sind sowohl metrisch, für einen optischen Gesamteindruck, als auch zweidimensional dargestellt. Zumeist aber als Aufsichts-Ebenenschitt mit Inneneinrichtung, damit sich die Rollenspieler darin wie auf einem Spielfeld bewegen können.

 

8) Tobias Marecek, ist mit sechs Veröffentlichungen sicherlich kein Vielzeichner, aber Ihn noch als Newcomer zu bezeichnen wäre sicherlich falsch. Die in Band 2299 veröffentlichte Risszeichnung einer Service-Insel zeigt ein sehr dynamische Zeichnung mit sehr vielen interessanten Gimmiks und Details. Tobias hat einen eigenen Styl der trotz der „computerisierung“ weder steril noch langweilig ist. Seine Graustufen-Zeichnungen erinnern sehr an die älteren Arbeiten, die noch mit der Hand und Rasterfolie gemacht wurden. Ein Reiz, den sicherlich die Retro-Fans und Puristen unter den RZ-Fans schätzen dürften.

 

9) Günter Puschmann hat sich mit einem Datenblatt zu der fast schon legendären Space-Jet-Storie, mit einer siebzehnten Folge an dem RZ-Jahr 2005 beteiligt. Seine [Z]-Jet in Band 2272 sichert ihm auch weiterhin mit aktuelle 69 Veröffentlichungen bei Perry Rhodan den 4 Platz in der Statistik, hinter Christoph Anczykowski.

 

10) Der Fleißpokal für das RZ-Jahr 2005 geht wieder an Gregor Paulmann, der sicherlich immer noch eine der wichtigen Stützen des RZ-Teams ist. Allerdings muss er sich diesen mit seinem Zeichnerkollegen Andreas Weiß teilen, der genau wie Gregor fünf Veröffentlichungen verzeichnen kann. Eine davon allerdings nicht in der Perry Rhodan-Heftserie, sondern in dem bei Heyne erschienenem LEMURIA-Band 5. Hier veröffentlichte er ein Zeittransmitter & Kontrollsegment. Bei Perry Rhodan stellte er ebenfalls wieder eindrucksvoll seinen Sachverstand in Punkto Umsetzung komplexer technischer Geräte unter Beweis. Mit seinem Hawk-II-Kompensationskonverter in Band 2264 lässt er keinen Zweifel daran, wer der führende Technikfachmann unter den Perry Rhodan-Zeichnern ist. Seine aktive Mitgliedschaft im PRTF (Perry Rhodan Technik Forum) ist daran sicherlich nicht ganz unbeteiligt.

Mit seinem Zylinderdiskus der Kybb in Band 2279 und dem Schlachtschiff der Kybb-Cranar in Band 2291 schafft er zwei eindrucksvolle Raumschiffe für die Kybb. Sein Antigravtriebwerk aus Band 2311 gehört dann sicherlich wieder mehr in die schon zuvor erwähnte Kategorie der genialen Technikdefinitionen bei Perry Rhodan.

 

11) Daniel Schwarz scheit nun endgültig auf 3-D Rendering gewechselt zu haben. Sein Gleitertaxi aus Band 2280 scheint eine leichte Fingerübung zu sein, da weder die Idee, noch das Design oder der Bildaufbau punkten können.

Sein Stützpunkt PRAETORIA Teil 2 mit dem Omni-Ultraschachtschiff für multiplen Einsatz LFT-BOX/QUASAR-Klasse aus Band 2267 zeigt da schon deutlich mehr Einsatz. Auch wenn hier die Aggregate auch sehr überdimensional sind und der ganze Look etwas zu „plastikhaft“ rüberkommt, so ist die Zeichnung vom Gesamtkonzept her jedoch stimmig und kann durchaus überzeugen.

Das Scoutschiff der Gurrads in Band 2283 kommt da wieder nicht ganz so gut weg. Zu glatt und die Aggregate zu groß für die Gesamtkonzeption. Sicherlich ist eine solche Form der Risszeichnerei nicht leicht und mag nicht ermessen, wie viel Arbeit in einer solchen Zeichnung steckt, jedoch wäre Daniel hier sicherlich gut beraten, wenn er das Bild in diesem Stadium nochmals mit einem Grafikprogramm bearbeitet. In paar Details hinzufügt und die Oberflächen etwas verändert. So wirkt das Schiff nicht nur steril, sondern einfach zu „glatt“.

 

12) Eben so fleißig wie Gregor Paulmann war Andreas Weiß. Mit fünf aktuellen Veröffentlichungen in 2005 rangiert er zwei Plätze vor Gregor Paulmann in der Statistik. Sein Weißer Kreuzer der Shoziden in Band 2271 eröffnet die Serie. Das rochenförmige Schiff entspricht dem üblichen Corel-Zeichenstil vom Andreas. Zwar ist die Form ganz originell doch sind die Aggregate und Aufbauten immer noch zu statisch und geben der Zeichnung einen sehr steifen Charakter. Da können auch paar Einschussspuren, die er diesmal eingefügt hat nicht drüber hinwegtäuschen. Auch bei der Wahl der Schrifttypen für die Benennung des Objektes im Bild zeigt Andreas nicht immer einen ausgeprägten Sinn für Stil und Harmonie. Das eher fließende Konzept des Rochenschiffes hätte auch den Schrifttypen besser gestanden als die verwendeten, doch sehr eckigen Typen.

Auch sein Kybb-Sporn – Raumjäger der Kybb aus Band 2275 ist eine insgesamt sehr kantige Erscheinung ohne große Highlights. Von der Form her harmoniert er mit den Zeichnungen die Gregor Paulmann zu den Kybb gemacht hat eher überhaupt nicht. Noch schlimmer ist das Sonnentaucher INTRALUX Modul welches in Band 2287 erschienen ist. Die Zeichnung zeigt ein paar Flächen und ein paar Aggregate die keinerlei Rückschlüsse auf Größe oder Funktion zulassen. Insgesamt sind diese auch sehr uninspiriert und ohne jegliche Verbindung zu anderen Aggregaten quasi einsam ins Bild platziert. Breiten wir den Mantel des Schweigens darüber...

Ganz anders kommt da sein Schwerer Kreuzer der MINERVA-Klasse daher. Im Band 2307 zeigt Andreas Weiß das es auch anders geht und wartet mit einem wirklich aufgeräumten und gut strukturierten Kugelraumer auf. Die Platzierung der Schnittflächen und der Einschubmodule geben der Zeichnung die nötige Dynamik. Die Aggregate wirken kompakt und vermitteln einen komplexen Eindruck. Der dunkle Hintergrund hebt die mit Graustufen durchsetzte Zeichnung genügend hervor. In Anbetracht der vielen Kugelraumer die im Laufe der Jahre schon gezeichnet wurden, hat dieser durchaus seinen Platz bei den besseren Arbeiten verdient. Von dieser Sorte wünschen wir uns mehr vom Andreas.

Sein Skarabäus aus Band 2315 fällt wieder etwas ab. So mag die Form, die an einen an den Polkappen beschnittenen Kugelraumer mit zusätzlich angeflanschter Kugel, nicht wirklich zu überzeugen und auch die verschiedenen Darstellungen in Aufsicht, Untersicht und mit Schemadarstellung wirkt insgesamt  sehr zusammengewürfelt.

Auch die Einblicke, die letztendlich wieder nur überdimensionierte Aggregate zeigen, vermögen den Eindruck nicht zu verbessern.

 

© Georg Joergens 2006